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Musik nach Bildern/ Music to Paintings

(Bildvertonungen/ Musikalische Bildreflexionen)

 

"Der Komponist Walter Steffens belegt im Bereich der musikalischen Ekphrasis den Spitzenplatz." (Siglind Bruhn, Institute for the Humanities, University of MIchigan)

Mit inzwischen über hundert Einzelbildvertonungen ist Walter Steffens führend auf dem Gebiet der musikalischen Bildreflexion. Er leistete damit einen wesentlichen Beitrag zu einer Gattung, die als solche erst in jüngster Zeit ins Bewusstsein rückte, nachdem grundlegende, bestandssichtende Forschungsarbeiten dazu vorliegen. 

Nur in lockerem Zusammenhang mit der bis auf die griechische Antike zurückführenden Programmmusik, die sich imitativ und deskriptiv verhält, entstand als Spezialfall dieser (und gleichsam ihre Grenzen erweiternd) mit Franz Liszt 1839 die seitdem durch eine Vielzahl von Werken bekräftigte Gattung der Bildvertonung. Angeregt durch Beethoven und Berlioz, erstrebte Liszt eine Erneuerung der Musik durch ihre innigere Verbindung mit der allen Kunstgattungen gemeinsamen „poetischen Idee“; er forderte den musikbestimmenden Ausdrucksinhalt durch Programmatik. Nach seiner Idealvorstellung ist jedoch ein Programm nur gerechtfertigt, wenn es „ein unlösbarer Teil zum Ganzen und zu seinem Verständnis unentbehrlich ist“. Seine erste Bildvertonung ist auf Raffaels "Lo Sposalizio" ausgerichtet.

Im Schatten der sich bis zu Bruckner und Mahler steigernden sinfonischen Gattung blieben Bildvertonungen fast unbeachtet und spärlich. Brahms ließ sich jedoch in den Orchestervariationen op. 56 durch Feuerbach, Niels Gade in einer Konzertouvertüre durch Michelangelo anregen. Erst um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zeigten sich die Umrisse einer neuen Gattung. Debussy (mit Botticelli, Velásques, Watteau, Whistler), Reger (mit Böcklin), Mussorgsky, Respighi, Mahler (mit Callot und von Schwindt) sind hervorzuheben; Strawinsky (mit Dufy, Hoghart), Hindemith (mit Grünewald), Klebe (mit Klee), Henze (mit Goya und Grandville), Nono (mit Picasso), Cage (mit Duchamp), Poulenc (mit Braque, Brunhoff, Chagall, Gris, Klee, Miró, Picasso, Villon, Watteau).

Ab seinem Opus 1 b aus dem Jahre 1961 wandte sich Walter Steffens, der sich durch Kunstwerke u. a. von Picasso, Hieronymus Bosch, Edvard Munch, Bernard Aubertin, Marc Chagall, Peter Paul Rubens, Paul Klee, Emil Schumacher, Jäger/Holzhäuser zu Kompositionen anregen ließ, intensiv der Gattung Bildvertonung zu.

 

BILDVERTONUNGEN

Op. 1 b "Ein indisches Märchen" (1),

Op. 8 "Botschaften an den Prinzen Jussuf" (15)

Op. 11 "La Femme-Fleur" (1)

Op. 12 "Pintura del Mundo" (3)

Op. 13 "Siguiriya" (1)

Op. 18 "Für Soto" (1)

Op. 19 "Rose Ouest" (1)

Op. 20 "Strukture de la Rose" (1)

Op. 21 "Grande Rose" (1)

Op. 22 "Pluie de Feu" (1)

Op. 24 a/b "Rituelle Aktionen I/II" (2)

Op. 25 a/b "Magisches Quadrat" (2)

Op. 26 "Tarec" (1)

Op. 27 "Johannes-Passion" (2)

Op. 28 "Lumière Rouge en Cage" (2)

Op. 29 "Lignes Construktives"

Op. 30 "Sfumato" (2)

Op. 31 "Luna" (1)

Op. 32 "Guernica" (1)

Op. 34 "Mondlied – Elfen – Flötenspieler" (3)

Op. 37 a/b "Spielstrategien" (2)

Op. 42 "Ave Maria"

Op. 46 "Genesis II" (8)

Op. 47 "Streichquartett III" (8)

Op. 54 "Ave Maria zart" (2)

Op. 58 "Moses" (1)

Op. 61 "An Orpheus" (4)

Op. 62 I/II "Die neuen Wilden" (5)

Op. 63 "Vier Aquarelle nach Paul Klee" (4)

Op. 64 "Arabische Melodie" (2)

Op. 66 "Das Hohelied" (5)

Op. 67 "Canticum Canticorum" (5)

Op. 69 "Genesis/Hiroshima" (1)

Op. 70 "Stabat Mater" (2)

Op. 71 "Exi" (1)

Op. 72 "Kerori" (1)

Op. 78 "De Bello Paceque" (1)                                  

Op. 82 "Erzählende Stille" (7)

Op. 83 "Im Anfang" (1)   

                                                                                                                    Op. 84 "Orgelsymphonie" (5) 

Op. 88 "Ikonen" (4) 

Op. 93 "Erleuchtetes Dunkel" (1)

Op. 96 "Kosmos-Symphonie" (2)

Op. 97 "Angelus Domini" (1)

Op. 99 "Zwölf Klee-Engel" (12)

Op. 101 "Violinkonzert 555" (1)  

Op. 102 "Fünf Saxophon-Engel"  (5)

                                                                                                                         

Siehe auch Werkverzeichnis.

Eine umfassende Datenbank von Kompositionen, die sich auf Werke der Bildenden Kunst beziehen, hat das Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck erstellt: www.musiknachbildern.at

 

LITERATUR

Paul Mies, „Musik nach Bildern“, in: Musa, Mens, Musici. In Gedenken an Walther Vetter, hg. von Heinz Wegener, Leipzig 1969, S. 427–439.

Klaus Schneider, „Vertonte Gemälde oder Neue Aspekte der Sacherschließung von Musik. Ein bibliographischer Versuch“, in: Bibliothekswissenschaft, Musikbibliothek, Soziale Bibliotheksarbeit. Hermann Waßner zum 60. Geburtstag, hg. von Peter Vodosek, Wiesbaden 1982, S. 276–295.

Klaus Schneider, „Vertonte Gemälde. Gesamtverzeichnis der Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts nach Werken der bildenden Kunst“, in: Vom Klang der Bilder, hg. von Karin von Maur, München 1985, S. 452–464.

Uwe Obier (Hg.), Linien, Briefe, Notationen: Katalog der Städtischen Galerie Lüdenscheid, Lüdenscheid 1986.

Monika Fink, Musik nach Bildern. Programmbezogenes Komponieren im 19. und 20. Jahrhundert, Innsbruck 1988.

Klaus Schneider, Lexikon Programmusik, 2 Bde., Kassel 1999/2000.

Lukas Christensen und Monika Fink (Hg.), Wie Bilder klingen. Tagungsband zum Symposium "Musik nach Bildern" (16.–18. April 2010), Wien 2011, 2. Auflage 2013.

Siglind Bruhn, Europas klingende Bilder. Eine musikalische Reise, Waldkirch 2013.

 

Copyright: Christine Longère

Aus "Lumière rouge en cage", op. 28

 

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